Sommer

Juli ists des Sommers Mitte
golden farbig das Getreide
Sonne brennt kein Lüftchen weht
Kühe kauen auf der Weide
Vogel schweigt im Baum ganz still
im Schatten grüner Blätter
und im kleinen Bach da blinken
Sonnen Diamantensplitter
langsam geh ich Schritt für Schritt
Roter Mohn schwingt leicht am Hain
meine Sinne tanzen mit
schön ist es ein Mensch zu sein

Rita Keller

 

Intelligenz

Wer den Menschen in Intelligent und dumm unterscheidet
hat vom Menschsein nicht viel Ahnung
Gott schuf uns alle
und sein Werk hat immer Sinn und Zweck
vielleicht ist der Dumme
auf seine Art viel klüger als das Genie

Rita Keller

 

Regen

Der Himmel graut so vor sich hin,
da liegt wohl sehr viel Schauer drin
die Sonne schläft wohl weit darüber
es ist ein trister Tag ein trüber
die Bäume schwingen schier verrückt
das ist dem Starkwind wohl geglückt
ich nehme an den Gottes Segen
die Erde braucht ihn ja den Regen

Rita Keller

 

Träume

Wenn die Träume Heimweh haben
kommen sie zu mir zurück
töten alles Sehnsuchtsbangen
tanzen mit mir ein ins Glück
leidvergessen will ich‘s wagen
in mein schönstes Paradies -
doch sind Träume nicht von Dauer
haben stets ein neues Ziel
aber wenn sie Heimweh haben
sind sie da allein für mich

Rita Keller

 

 

Stilles Feuer

Der Himmel schweigt im Sommerblau
nur selten schleiert ein Gedanke
ach wär die Welt so friedlich still
ohn Hader, Zorn und ohn Gezanke

doch sind wir Menschen oft Gehetzte
mit Worten messerscharf gewetzte
zum Ziele nur um Recht zu haben
wird Frieden lebend oft begraben

Es glaubt so mancher er sei gut
und tief im Innern brodelt Blut
wenn nur ein einzig Wort verdreht
ist’s für den Frieden schon zu spät

Sinnierend schau ich auf ins Blau
Schwermut getränkt ist mein Gedanke
die Erde trägt es scheinbar still
doch auch in ihr kocht Glut so blanke

 

 

Lebensfrage

Oft ist man doch reichlich bange
in des Lebens Warteschlange
fragt nach Sinn und nach dem Ziel
weil man doch verstehen will

warum oft so großer Schmerz
quält das pochend kleine Herz
mal trifft Freude mal trifft Leid
alles braucht wohl seine Zeit

ob gewünscht oder verdrängt
nichts wird einem nur geschenkt
Körper sein ist Seelen Lehre
wenn‘s erfüllt ist wird es Ehre

steht man dann vorm Himmelstor
legt das Lebensbuch man vor
die Zensur fürs Erdensein
ist dann lichter Glorienschein

Rita Keller

 

 

Sonnenlicht

Im Spiegel der Sonne
verneigt sich der Baum
der See trägt sein Bild
ein goldener Traum
ein Sommerstrahlen
mein Kleid

Rita Keller 27.Mai 2018

 

Traumhaft

Wo ist er hin, der Traum vergang‘ner Nacht?
Er tat so gut, ich fühlte mich geborgen,
viel leichter wurden meine Alltagssorgen,
hat mir so schöne Sinnbilder gebracht.

Wie oft schon hat ein Alp mir Angst gemacht,
dass ich mich sehnte nach dem hellen Morgen ...
und doch blieb mir der Freiheit Licht verborgen,
weil ich mich fühlte wie im engen Schacht.

Es träumte mir ein Lohn im Garten Eden
und alles war beseelt von Glück und Frieden,
als hätt es niemals Schmerz und Leid gegeben.

So müsst es sein auch in Wahrhaftigkeit,
nicht nur ein Trugschloss, sondern Wirklichkeit,
das wär gewiss ein traumhaft schönes Leben.

Rita Keller

 

Ausgeflogen

Klammheimlich aus dem Staub gemacht,
an sowas hab ich nicht gedacht,
der Meisenkasten ist nun leer,
ich höre kein Gezwitscher mehr,
kein Vogelkind hab ich gesehn,
was ist mit ihnen wohl geschehn.
sie flogen aus das ist gewiss,
im Nistkasten kein Rest mehr ist,
kein Meisenpaar kommt mehr mit Futter,
der Vater nicht, auch nicht die Mutter,
so lebt denn wohl, Familie Meise,
ich wünsch euch Glück auf meine Weise.

Rita Keller

 

 

 

Heidetag

Ich ging durch die Heide so still vor mich hin,
so trocken und karg ihr vergangenes Blüh’n,
Wacholder und Birken sie zeigen sich grün,
und blau strahlt der Himmel kein Wölkchen darin.

Ein Tag in der Stille, Heidlerchengesang,
ein Schritt nach dem andren im Sand, der so weich,
kein Wanderweg ist einem Heideweg gleich
die Luft ist so klar, davon zehre ich lang.

Hier hol ich mir Kraft, meine Seele tankt auf,
am End‘ bin ich müde, das nehm ich in Kauf,
hier fühl ich die Freiheit, das ist wundervoll.

Kein Ort gibt wie dieser mir stets neue Kraft,
das hat bisher nur unsre Heide geschafft,
das ist Gottes Schöpfung so wie sie sein soll.

Rita Keller

 

 

Ein Maientag

Als ich am Morgen aufgewacht,
hat schon die Sonne hell gelacht,
der Himmel blaute wolkenfrei,
ein wunderschöner Tag im Mai.

Da hält es mich nicht lang im Haus,
ich fühle nur, ich muss hinaus,
so will ich wandern voller Lust,
mein Herz schlägt froh in meiner Brust.

Im frischen Grün, im Blütenduft,
da atme ich gesunde Luft,
was auf der Welt kann schöner sein,
als heller, klarer Sonnenschein.

Rita Keller 6.05 2018

 

Rückblick

Bei der alten Eiche Stamm
da hab ich oft gesessen
hab meditiert und taggeträumt
die Welt um mich vergessen
oft sah ich Schmetterlingen zu
wie sie im Liebesspiel leicht tanzten
so nimmermüd‘ nur ab und zu
auf einem Grashalm rasten
die alte Eiche stark noch immer
sie steht am Fluss wie einst
doch zu ihr kann ich leider nimmer
das Alter nahm die Kraft
nur träumen das darf ich noch immer
bis man mich senkt in tiefen Schacht

Rita Keller 23.04.2018

 

 

 

Löwenzahn

Ich fand heut einen Löwenzahn,
so strahlend hell und filigran,
mit seinen vielen gelben Stäbchen,
erfreut er Jungen und auch Mädchen,
er ist sehr stark, zeigt Lebensmut,
und tut uns‘rer Gesundheit gut,
im grünen Gras sein Blätterschoß,
schmeckt als Salat doch ganz famos,
die Wurzel trocken und gerieben,
hat Gallenschmerzen schon vertrieben,
mit Löwenkraft hat dieser Zahn,
der Menschheit sehr oft gut getan.

Rita Keller

 

 

Die Dohle

Die Dohle schaut so finster drein,
als wär‘s der Tag St. Nimmerlein,
was mag sie denken mit dem Blick,
oder ist es gar nur ein Trick?
Das Sonnenlicht es strahlt hernieder,
macht ihr ein glänzendes Gefieder.
Komm Vogel schau doch wieder froh,
was kommen soll, kommt sowieso!

Rita Keller

 

 

Aprilsommer

Die Sonne gab heut wirklich alles,
doch spar ich noch am Hochgefühl,
ich denk, was wär im Fall des Falles,
wenn es nur ist ein Possenspiel,
ein Scherz, wies der April so liebt,
der wieder nimmt, was schnell er gibt,
vielleicht ist heut ein Sommertag,
der kalte Herzen öffnen mag,
wenn morgen oder nächste Woche,
man schnieft und pfeift aus letztem Loche,
ich bleib verhalten, schweige still,
ich trau nicht recht unserm April.

 

Rita Keller 7.04.2018

 

 

Kirschblüte

Wenn erst die Blüten sich mir zeigen,
dann hängt mein Himmel voller Geigen,
weil solche tolle Blütenpracht,
mir jeden Tag zur Freude macht,
nun summen wieder Hummeln, Bienen,
die sich am Nektar reich bedienen,
damit zur schönen Sommerzeit
die Frucht ist zum Genuss bereit!

Rita Keller 9.04 2018

 

 

Die schweigende Zeit

Ein Sonn’tag ist’s
und die Zeit will schweigen
die Schritte sind müde
und gehen doch gerne
der Wind weht durchs Haar
das so schütter und grau
ich versteh mich noch nicht
als alternde Frau

die Bank an der Birke
sie scheint mich zu rufen
und ich folge dem Wink
nehme still auf ihr Platz
und der Vogel im Baum
springt von Ast nun zu Ast
und ich schau auf den Fluss
den die Sonne vergoldet

und ich hör wie er singt
kaum hörbar ganz leise
mein Partner er ging
erlöst und befreit
sie hat ihn geholt
die schweigende Zeit
das Gehen ist leicht
doch es bleibt viel zurück

Erinnerung so vielfach
mit Glück im Gepäck
doch der Wächter er sagt nur
stell all das zurück
und der Fluss er wird dunkel
das Gold löst auf
die Sonne taucht unter
immer noch schweigt die Zeit

und der Wind wird nun kühler
er berührt auch mein Herz
darin lodern die Flammen
in alterndem Schmerz

Rita Keller

 

 

Wer weiß...

Wer weiß wie weit dein Weg sein wird,
wenn der Schatten des Vergessens Dich Mensch werden lässt,
wer weiß wie leicht oder schwer er sein wird dein Weg,
wenn du das erste Mal herzhaft lachst, oder wenn du weinst.
Wer weiß wie viel Steine im Wege liegen,
wenn du ihn fröhlich begehen willst und dennoch strauchelst.
Wer weiß ob du fällst und dein Knie aufschlägst,
wenn Dein Weg holperig und uneben und beschwerlich ist
Wer weiß ob du das Glück findest, wonach du suchst.
Wer weiß wie gesund du sein wirst und wie lange,
auch wenn du dich immer bemühst gesund zu leben.
Wer weiß wie lang dein Weg sein wird, wo dein Horizont ist,
bevor du heimfindest in die Ewigkeit aller Wonnen.
Wer weiß ob du Sehnsucht hast nach Hause,
oder ob es Angst ist heimkommen zu müssen.
Wer weiß zu sagen ob es gut oder schlecht war, wenn die Augen sich schließen.
Wird es je Menschen geben die ohne Schatten Mensch sein dürfen
und doch im Geiste wissend sind?
wer weiß, wer weiß, wer weiß, wer weiß......

 

©2005 Rita Keller

 

 

Erwachen

Oh kleiner Vogel hoch im Baum,
du singst mich wach aus meinem Traum,
vom Frühling singst du, denn er ist,
nun angekommen ohne List.
Bemerkt ihr oben hoch im Wipfel
von linder Luft den blauen Zipfel?
Fängt schon im Wald, im dunklen Tann,
ein Bienenvolk zu summen an?

Ach Vöglein sing‘ ganz laut das Lied,
dass dieses Wunder bald geschieht.
Der Winter kann nicht länger schocken,
wenn Knospen an den Zweigen locken
und bunte Primeln wieder blüh’n,
die Wiesen leuchtend satt und grün,
dann weckt mich auch die Wanderlust
und Freude schlägt in meiner Brust.

 

Rita Keller