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Texte 2014

 

Herzschlag

 

Spiel nicht Ball mit meinem Herzen,

wirf es niemals an die Wand,

wenn es fällt dann macht es Schmerzen,

 

halt es warm, in deiner Hand,

sei ihm gut mit deiner Liebe,

schenk ihm deiner Treue Pfand.

 

Schwerlich ist's im Weltgetriebe,

wo Geborgenheit kaum gilt,

allzu leicht erhält es Hiebe

 

und dann pocht es gar so wild.

Diese Hetzjagd wird ihm schwer,

Liebeshunger kaum gestillt,

 

und dann schlägt mein Herz nicht mehr.

 

Rita Keller

 

Heimkehr (im Februar)

 

Es ist ja noch so bitterkalt

und schwarz und dunkel steht der Wald,

sag wie warm war es im Süden,

Heimweh scheint nicht zu ermüden.

 

Hast dein Nest noch ganz allein

und das kann noch lange sein,

bis ein Weibchen dich beglückt

und dir etwas näher rückt.

 

Aber ich will dich begrüßen,

du kannst mir den Tag versüßen,

ist es dir auch ganz egal,

du erfreust mich allemal.

 

Bald gibt’s wieder neues Leben,

junge Störchlein wird es geben,

oft wird ich dann nach euch sehen

im Revier spazieren gehen.

 

Rita Keller

 

 

Auf dem Grund

Der Fluss zeigt uns, dass alles vorwärts führt;
vergiss, was war, zurück geht keine Spur.
Die Sonne tanzt auf leichten Wellen nur,
die Scherben auf dem Grund kein andrer spürt.

Die Wunde eines Herzens niemand rührt.
Sie ist versteckt, das liegt in der Natur.
Die Sonne lacht, wenn's rundum strahlt azur,
kein Licht den Stein am Boden mehr berührt.

Viel Unrat sammelt sich in dunkler Nacht,
ein jedes Leben hat's hinein gebracht,
und drüber weg muss unser Fluss nun fließen.

Verborgen ist' s wohl, doch es ist noch da,
auch wenn es nie mehr Licht der Sonne sah,
weil all die Lasten wir im Keller ließen.

Rita Keller
 
 

Traumwetter

Der Regen fällt tagein und auch tagaus.
Vergessen sind des Schöpfers Farben bunt
und Sehnsucht mehrt sich auf dem Erdenrund,
dann bilden Traum und Wünsche sich daraus.

Es regnet Blumen und ich spend' Applaus,
die Sonne strahlt so hell zu jeder Stund',
ein Regenbogen macht uns all' gesund,
die Vöglein zwitschern, es singt Mann und Maus.

Und auch mein Blut fließt frisch wie aus der Quelle,
da ist die Liebe gleichwohl auch zur Stelle,
ich könnt die ganze Welt nur noch umarmen.

Doch Träume mir erfüllen kann ich schlecht,
allein nur in mir, da sind sie ganz echt;
der Wirklichkeit fehlt göttliches Erbarmen.

Rita Keller

 
 
 

 

Mein, dein Schmerz

 

Altes Herz, es schlägt und schlägt,
noch die Hoffnung in sich trägt,
nicht mehr für das eigne Glück,
diese Zeit liegt weit zurück.
Schlägt für Menschen, die es liebt,
wo es Sturmeswehen gibt.

Einst in junger Lieb gegeben,
Kinder für ein frohes Leben.
Heute aber wiegt es schwer,
drückt der Seinen Leid so sehr.
Herzblut still und einsam rinnt,
wenn Geliebte traurig sind.

Kann nicht Liebeswunden kitten,
hilft kein Beten oder Bitten,
auch nicht Lenken oder Wenden,
wenn vergangene Schwüre enden.
Wenn die Liebe, so wie's scheint,
einst wohl doch nicht so gemeint.

Und solang das Herz auch schlägt,
es der Seinen Wunden trägt.
Niemand sieht es, es schweigt still,
weil's ja keiner hören will.
Altes Herz schlägt für die Seinen,
darf nur im Geheimen weinen.

 

 

Rita Keller

 

 

 

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